Entstehungsgeschichte des Brunnenpfades

Entstehung und Entwicklung des Brunnenpfades

Bruderbrunnen. © M. Bollen

Der Hangarder Brunnenpfad ist nicht nur der erste Premiumwanderweg des Landkreises Neunkirchen, er ist auch einer der ersten deutschen Premiumwege, welcher durch die Initiative von Bürgern geschaffen wurde.

 

Die Idee

Die Idee zu einem Wanderweg an mehreren Brunnen vorbei kam aus Hangard von Herrn Valentin Peter in seiner Erfahrung als Wanderpate. Er hatte die Idee, die verfallenen Brunnen der Region zu renovieren und einen neuen Weg an ihnen vorbeizuführen.

 

Dorfentwicklungsprojekt 2006

Im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes Hangard  im Jahr 2006 wurde von den Bürgern des Ortes auch der Vorschlag zur Einrichtung eines neuen Wanderweges ausgewählt. Hierbei wurden öffentliche Finanzhilfen zugesagt in Abhängigkeit von den durch die Bürger geleisteten Einsatzstunden.


Foto: Frankenbrunnen1
Frankenbrunnen vor Beginn der Arbeiten © M. Bollen
Foto: Frankenbrunnen2
Frankenbrunnen vor Beginn der Arbeiten © M. Bollen
Foto: Kameradschaftsbrunnen1
Kameradschaftsbrunnen, bei der Arbeit: K. Bechtel, H.Ruffing, V. Peter, © M. Bollen
Foto: Kameradschaftsbrunnen2
Kameradschaftsbrunnen, bei der Arbeit: V. Peter, D. Haßdenteufel © M. Bollen
Foto: Kameradschaftsbrunnen3
Kameradschaftsbrunnen, bei der Arbeit: F. © M. Bollen
Foto: Kameradschaftsbrunnen4
Kameradschaftsbrunnen, © M. Bollen
Foto: Sitzbank am Zimmermannsfels
Sitzbank am Zimmermannsfels, © M. Bollen

Es fanden sich  interessierte Hangarder Bürger, welche beschlossen, einen Wanderweg an den Brunnen vorbei auf bestehenden Wegen sowie einen kleineren Pfad anzulegen
Eine kleine Gruppe Aktiver begann, die ersten anstehenden Arbeiten an den Hütten und Wegen durchzuführen. Wege wurden begehbar gemacht, eine baufällige Schutzhütte saniert. Es kamen Helfer aus Hangard und Frankenholz dazu, so dass im Verlauf die Gruppe der Helfer auf insgesamt 30 Helfer stieg. Mittlerweile wurden die Brunnen von der Steinmetzfirma Glöckner renoviert.


Foto: Projektgruppe am Dorfbrunnen
Projektgruppe: H. Ruffing, K. Bechtel, H. Biehl, Dr. M. Bollen
Foto: Projektgruppe am Brunnenpfad-Schild
Projektgruppe: H. Ruffing, K. Bechtel, H. Biehl, V. Peter, Dr. M. Bollen

Premium? Premium!

Im Laufe der Arbeit wurde erkennbar, dass der geplante Weg durchaus die Anforderungen eines Premiumweges erfüllen konnte. Ein Gutachter des Wandervereins begutachtete im März 2008 den geplanten Weg und konnte feststellen, dass der Weg die notwendigen Kriterien erfüllen kann.  Von nun an unterstützte die Stadt Neunkirchen, die Tourismus Zentrale Neunkirchen und der Saarforst das Projekt mit finanzieller und handwerklicher Hilfe.
Im folgenden halben Jahr standen die Hände nicht still. Es wurden Pfade freigeschnitten und geebnet, Brunnenanlagen instandgesetzt und neue Rohre gelegt, Holzschilder gemalt  und aufgebaut, Infotafeln erstellt, eine Schutzhütte gebaut. Die Stadt Neunkirchen sowie der Saarforst errichtete Stege, Brücken und eine Holztreppe. Ruhe- und Sinnenbänke wurde aufgestellt. Das Museum Speyer und der Steinmetz Werner Glöckner schufen einen Abguß des Römerdenkmals Steinerner Mann, welcher nahe dem Originalstandort aufgestellt wurde. Die TKN übernahm den Druck von Wegetafeln und Flyern. Insgesamt waren dann doch 2500 ehrenamtliche Arbeitsstunden notwendig, so dass der Einsatz mancher Helfer bis an die Belastungsgrenze ging.  Noch in den letzten Tagen vor der Einweihung des Weges waren fleißige Helfer mit abschließenden Arbeiten zugange.


Foto: Mehrere Personen beim Wegebau
Wegebereitung: P. Bechtel, H. Ruffing, V. Peter, k. Bechtel, ©
Foto: Steinerener Mann
Steinerner Mann, M. Bollen mit W. Glöckner, ©
Foto: Finnenbank
Finnenbank, G. Lothsch (Tourismuszentrale), H. Ruffing, H. Biehl, © M. Bollen

Eröffnung 2008

Die offizielle Eröffnung des Wanderweges fand am 3. Oktober 2008 statt mit einer geführten Wanderung, an der Oberbürgermeister Decker, Umweltminister Mörsdorf und viele Wanderer teilnahmen. Bei der anschließenden großen Eröffnungsfeier in der Ostertalhalle  Hangard wurde das Zertifikat „Premiumwanderweg“ an die Projektgruppe überreicht.
Im gleichen Jahr wurde der Arbeitsgruppe für ihr Engagement ein „Ehrenamtspreis“ des Landkreises Neunkirchen verliehen.


Foto: Projektgruppe am Brunnenpfad-Schild
Die Projektgruppe: H. Ruffing, K. Bechtel, H. Biehl, V. Peter, Dr. M. Bollen, ©
Foto: Überreichung des Ehrenamtspreises
Urkundenüberreichung: P. Valentin, St. Thomas, © M. Haab
Foto: Der Ehrenamtspreis – Transparentes Objekt mir Inschrift
Ehrenamtspreis des Landkreises Neunkirchen, verliehen an die Projektgruppe, ©

Bei der Einweihungsfeier war der Gedanke geäußert worden, dass dieser schöne Weg mehr als 50 Zertifizierungspunkte erhalten könne. In diesem Sinne konnte eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten ausgearbeitet werden.
Die Projektgruppe „Brunnenpfad Hangard“ hat daraufhin mit viel Engagement und Unterstützung von Stadt Neunkirchen, TKN und Umweltministerium des Saarlandes zahlreiche Änderungen am Wanderweg durchgeführt. Neue Pfade wurde angelegt, Brücken erbaut, Bänke aufgestellt, Aussichtspunkte erschlossen. Zwei „Finnenbänke“, außergewöhnlich und einzig im Südwestdeutschen Raum, wurden aufgestellt.

Nachbegutachtung Juni 2009

Im Juni 2009 wurde eine Nachbegutachtung durch das Deutsche Wanderinstitut durchgeführt. Der Weg wurde um zehn Punkte aufgewertet und zählt mit stolzen 56 Punkten nun zu dem TOP-Wegen im Saarland, wie Werkleiter Stefan Thomas von der Tourismus-Zentrale Neunkirchen bestätigt.

Ehrenamtliche Paten

Wenn nun die Fertigstellung des Weges abgeschlossen ist, so wollen die Hangarder und Frankenholzer Brunnenpfad-Freunde auch weiterhin dafür sorgen, dass der Weg in bestem Zustand bleibt. Dafür haben sich ehrenamtliche Paten gefunden, welche für Wegabschnitte oder Objekte zuständig sind und sich darum kümmern, dass der Weg dauerhaft gepflegt und attraktiv bleibt.

 

Foto: H. Ruffing sitzt auf Bank am Bruderbrunnen
H. Ruffing am Bruderbrunnen, © M. Haab

Zweiter Platz beim saarländischen Waldpreis 2011

v.l.: Klaus Borger, Simone Peters, Klaus Wiedenroth, Helmut Biehl, Valentin Peter, Michael Bollen, Helmut Ruffing / Foto: Regina Steffen


Nachhaltigkeit und Ausmaß des ehrenamtlichen Engagements der Bürger wurden belohnt


Die Hangarder Projektgruppe Brunnenpfadfreunde hat sich mit den beiden Premiumwanderwegen Brunnenpfad und Schauinslandweg um den saarländischen Waldpreis 2011 beworben.


Mit diesem Preis zeichnet das Ministerium Projekte aus, die sich besonders um den Wald verdient machen. In der Kategorie Vereine, Verbände und Einzelpersonen hatten sich 7 Gruppen  beworben. Die Jury unter Staatssekretär Klaus Borger überprüfte die Projekte unter den Gesichtspunkten: nachhaltiger Nutzen für den Lebens- und Erholungsraum Wald sowie für die Gesellschaft.


Im Rahmen des Waldbauerntages am 2. Oktober im Forsthaus Neuhaus bei Saarbrücken wurden die Gewinner prämiert. Die Hangarder Gruppe erlangte den zweiten Platz in ihrer Gruppe. Frau Dr. Simone Peters, Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr überreichte die Urkunde und den Scheck über 2000 Euro an die Vertreter der Gruppe. 

 

Herr Staatssekretär Klaus Borger begründete in seiner Ansprache die Vergabe des Preises an die Hangarder Brunnenpfadfreunde:  „Bei dieser Gruppe ist uns insbesondere die Begeisterung aufgefallen, mit der die Wanderwege aufgebaut wurden und gepflegt werden“.  Nachhaltiger Nutzen für den Wald ergibt sich vor allem aus der naturverträglichen Wegebauweise, der Attraktivitätssteigerung des regionalen Waldes und der Pflege durch ehrenamtliche Wegepaten.


22. August 2015 / Dorfgemeinschaftsbaum und historische Tafel aufgestellt

Neugestalteter Brunnenplatz

Neuerungen am Brunnenplatz Hangard: 

Der Startpunkt des Brunnenpfades wurde weiter aufgewertet. Neben der schon bestehenden Wandertafel wurde eine Informationstafel über die Geschichte des Ortes Hangard aufgestellt. Zudem ziert ein restaurierter Ackerpflug die Anlage.

Ein großer Dorfgemeinschaftsbaum wirkt als neuer Blickpunkt. Hier sind alle Vereine und Institutionen des Ortes auf Wappen dargestellt.

Am 22. August 2015 wurde die neugestaltete Anlage mit Oberbürgermeister Jürgen Fried offiziell eingeweiht.


Oktober 2015 / Hütte am Kameradschaftsbrunnen wurde neu gebaut

Aufbau der neuen Hütte

Die über 30 Jahre alte Hütte am Wanderweg Brunnenpfad war erneuerungsbedürftig und wurde abgerissen. Mit Unterstützung durch die Stadt Neunkirchen konnte das Material der alten Hütte entsorgt und das Baumaterial der neuen Hütte vor Ort gebracht werden. 

Dank finanzieller Unterstützung durch das Umweltministeriums konnten die Brunnenpfadfreunde in über 400 ehrenamtlichen Arbeitsstunden eine neue Hütte aufbauen. Die neue Hütte ist höher und heller und besitzt eine vorgelagerte Terrasse mit Sitzbank. 
So entstand ein einladender Rastplatz für Spaziergänger und Wanderer.